Kirche
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1. Hüossen
2. Fähre
3. Hungerstein
4. Kirche
5. Gasthaus Anker
6. Spritzenhaus
7. Hof von Korff
8. Bäckerei
9. Niependoor
10. Kuhkamp
11. Obsthof
Ev.-luth. Kirche – ein uralter Glaubensort
Hajen gilt als eine der ältesten christlichen Stätten im Ilsetal. Die Anfänge reichen vermutlich bis in die Zeit zwischen 500 und 800 n. Chr. zurück. Ein Hinweis darauf ist der Straßenname „Auf dem Jordan“ – er deutet darauf hin, dass es in der Weser einst eine geeignete Stelle gab, an der die ersten Christen getauft wurden. Auf dem Eichberg soll zudem ein „Predigtstuhl“ gestanden haben, an dem die frühen Gottesdienste der Christianisierung stattfanden.
Bei der Kirchenrenovierung Anfang der 1980er Jahre kamen Bodenfunde ans Licht, die auf eine hölzerne Vorgängerkirche schließen lassen. Sie wurde vermutlich im 10. oder 11. Jahrhundert durch einen steinernen Bau ersetzt. Der alte Taufstein im Turm stammt ebenfalls aus dem 11. Jahrhundert und gehört zu den ältesten erhaltenen Stücken der Kirche.
Reformation, Erweiterungen und Sanierungen
Im Jahr 1542 wurde in Hajen die Reformation eingeführt. Später, 1950, ließ Amtmann Behling die Kirche um zwei Joche erweitern. An ihn und an Johan Johann erinnern heute zwei Epitaphien neben dem Altar.
In den 1970er Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert. Dabei legte man alte Farb- und Brandschichten frei, die spannende Einblicke in die Baugeschichte geben. Die jüngste größere Ausstattung ist die Steinmann-Orgel aus den Jahren 1986–1990, die die bereits 1888 unbrauchbar gewordene Faber-Orgel ersetzte.
Kirchengemeinde im Wandel
Bis in die 1930er Jahre war Hajen eine eigenständige Kirchengemeinde mit eigenem Pfarramt. Danach wurde die Gemeinde Frenke vom Hajener Pfarramt mitbetreut. Seit 1996 gehören beide Gemeinden zum Pfarramt Börry und – nach der Vereinigung der Kirchenkreise Holzminden und Bodenwerder – zum Kirchenkreis Hameln/Pyrmont.
Spuren der Geschichte an der Außenwand
An der Außenwand der Kirche finden sich zwei besondere Zeugnisse vergangener Zeiten:
ein Pranger, der an frühere Formen der Rechtsprechung erinnert,
eine Kanonenkugel, die darauf hinweist, dass der Anbau unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand.
Zudem stehen auf dem Kirchhof zwei Scheibenkreuzsteine, die von ihrem ursprünglichen Standort hierher versetzt wurden. Sie erinnern an Bluttaten des Mittelalters und sollten dem „Seelenheil“ der gewaltsam ums Leben gekommenen Menschen dienen.
Pfarrhaus
Das ursprüngliche Pfarrhaus wurde abgerissen und durch einen Backsteinbau ersetzt. Dieser gelangte später in Privatbesitz. Direkt daneben steht der ehemalige Stall, der seit etwa 1970 als Gemeinderaum genutzt wird.
Pfarrwitwenhaus
War ein Pastor verstorben und sein Nachfolger ins Pfarrhaus eingezogen, erhielt die Witwe das Pfarrwitwenhaus als Alterswohnsitz.
1986 wurde das Gebäude an die Volksbank verkauft, die dort eine Filiale einrichtete. Heute befindet es sich ebenfalls in Privatbesitz.
Alte Schule
Die alte Hajener Schule steht unter Denkmalschutz – nicht zuletzt wegen ihrer besonderen Dachform, die mit Solling-Sandstein gedeckt ist. Das Gebäude beherbergte einst die Volksschule, bestehend aus einem Klassenraum und der Lehrerwohnung.
1950 entstand an der Bauernstraße eine neue Schule mit zwei Klassenräumen, zwei Lehrerwohnungen und sogar Duschräumen für die Kinder – damals ein moderner Luxus.
Die alte Schule wurde 1974 an August Bode, den früheren Bürgermeister und Fährmann, verkauft.
Nach der Schließung der neuen Schule wurde dort zunächst ein Kinderspielkreis, später ein Kindergarten eingerichtet. Heute befinden sich Kindergarten und Grundschule im Bildungszentrum Börry, und auch das Schulgebäude an der Bauernstraße ist inzwischen privat genutzt.