Goldener Anker
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1. Hüossen
2. Fähre
3. Hungerstein
4. Kirche
5. Gasthaus Anker
6. Spritzenhaus
7. Hof von Korff
8. Bäckerei
9. Niependoor
10. Kuhkamp
11. Obsthof
Gasthaus „Zum goldenen Anker“
An dieser Ecke stand einst das Gasthaus „Zum goldenen Anker“, ein wichtiger Treffpunkt im Dorfleben. Der Betrieb wurde von Ernst Tacke geführt und umfasste nicht nur die Gastwirtschaft, sondern auch einen Lebensmittelladen und einen angebauten Saal, der für viele Veranstaltungen genutzt wurde.
Im Haushalt arbeitete damals die junge Brigitte, die später gemeinsam mit ihrem Mann Helmut Zahn den Betrieb pachtete. Schließlich erwarben die beiden das Haus .
Der Saal war über Jahrzehnte ein lebendiger Ort: Hier fanden Kinoabende statt, es wurden Bälle gefeiert, Vereine hielten ihre Versammlungen ab, und 1978 traf sich hier die frisch gegründete Gymnastikgruppe zu ihren allerersten Übungsstunden.
Damit war die Gastwirtschaft Tacke / Zahn nicht nur ein Gasthaus, sondern ein echtes Dorfzentrum, in dem Gemeinschaft gelebt wurde.
Die Stellmacherei – Handwerk an der Straße
Blickt man nun auf die gegenüberliegende Straßenseite, fällt bei Haus Nr. 31 ein schmaler Bau mit großem Vordach ins Auge. Hier befand sich die Stellmacherei, zuletzt betrieben von Hermann Ahlewede.
Im Erdgeschoss standen die Werkzeuge und Maschinen, im Obergeschoss lagerten die Holzvorräte. Vor der Tür wurden vor allem Ackerwagen gebaut – ein Handwerk, das früher für jedes Dorf unverzichtbar war.
Haus Nr. 25 – Milch, Butter und Geschenke
Im Haus Nr. 25 betrieb Hulda Meienburg ein kleines Geschäft, in dem sie vor allem Molkereiprodukte verkaufte. Später erweiterte sie ihr Sortiment um Geschenkartikel – ein Laden, der vielen Hajenern in Erinnerung geblieben ist.
Ehemalige Hofstelle und Lebensmittelgeschäft – ein Stück dörflicher Alltagsgeschichte
Links neben dem früheren Gasthaus stand einst das Wohnhaus einer alten Hofstelle. Es wurde abgerissen, nachdem die Bauernfamilie Bartsch eine andere Hofstelle im Dorf übernommen hatte. Das Grundstück gehört heute zum Nachbarhaus Nr. 28, dem roten Klinkerbau.
In diesem Haus befand sich eines der fünf Lebensmittelgeschäfte, die es früher in Hajen gab. Willy Sievers verlor seine Mutter, als er erst drei Jahre alt war, und wuchs bei seinem Onkel und seiner Tante auf – genau jenen Verwandten, die das Geschäft in der Thingstraße 28 betrieben. Ab 1966 führte seine Frau Anneliese den Laden weiter. 1970 wurde er auf Selbstbedienung umgestellt – ein moderner Schritt für ein kleines Dorfgeschäft. 1977 schloss der Laden schließlich seine Türen.
Ein verschwundenes Haus – und eine „Rübenburg“
Auf derselben Straßenseite fehlt heute ein Haus. An seiner Stelle liegt nun ein kleiner Garten, der zum Hof Lüthe gehört.
Das frühere Fachwerkhaus, das hier stand, wurde sorgfältig abgebaut und in der Straße Kohlkamp wieder aufgebaut. Das stattliche Wohnhaus ist entstanden in einer Zeit, als der Anbau von Zuckerrüben den Bauern gute Einnahmen brachte. Solche großen, repräsentativen Häuser nennt man im Volksmund gern „Rübenburgen“.
Doch der Rübenanbau war nicht nur lukrativ, sondern auch arbeitsintensiv. Viele Frauen im Dorf verdienten sich ein Zubrot, indem sie Rüben vereinzeln oder Unkraut jäten gingen – eine typische Saisonarbeit, die früher zum Dorfalltag gehörte.