Hof von Korff

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1. Hüossen
2. Fähre
3. Hungerstein
4. Kirche
5. Gasthaus Anker
6. Spritzenhaus
7. Hof von Korff
8. Bäckerei
9. Niependoor
10. Kuhkamp
11. Obsthof

 

Hof von Korff – ein Hof mit tiefer Geschichte

Hajen gehörte im Mittelalter zur Homburgischen Vogtei Hehlen und ab 1530 zum Amt Grohnde. In einer Aufstellung von 1558 werden für das Dorf bereits 2 Meierhöfe, 11 Pachthöfe und 46 Kötnerstellen genannt. Neben den üblichen Handwerksbetrieben lebten hier auch zahlreiche Schiffer und Fischer, die von der Weser und ihrem Handel abhängig waren.

Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg

Der Dreißigjährige Krieg traf Hajen besonders hart.     1626 baten die Bauern um Bauholz, denn durchziehende Truppen unter Tilly hatten 3 Ackerhöfe, 9 Kötnerstellen und mehrere Scheunen zerstört.

     30 Einwohner waren getötet worden, viele weitere geflohen.

    1629 nahm der Hildesheimer Bischof das entvölkerte Dorf in Besitz.

    1633 zogen Tillys Truppen vor den anrückenden Hessen und Schweden ab – diese wiederum brannten weitere Häuser nieder.

Es war eine Zeit, in der Hajen fast vollständig verwüstet wurde.

Der Amtmann Behling und der Wiederaufbau

Ein Wendepunkt kam 1645, als der Grohnder Amtmann Erich Behling den ehemaligen Lorleberg’schen Hof erwarb – samt der Braugerechtigkeit für Hajen und Börry. Der Vorbesitzer Lorleberg hatte den Hof 1600 gekauft, war jedoch um 1620 wegen Falschmünzerei des Landes verwiesen worden.

Behling ließ 1647 über dem alten Keller ein neues Wohnhaus errichten – das heutige Haus von Korff, eines der ältesten erhaltenen Gebäude im Dorf. 1653 erweiterte er außerdem die Kirche erheblich.

Inschriften und ein seltener Renaissance-Brunnen

Das Haus trägt mehrere historische Inschriften:     An der Front finden sich biblische Sprüche.   An der Seite erinnert eine Inschrift daran, dass das Gebäude am Ende des Dreißigjährigen Krieges errichtet wurde.

Auf dem Hof steht zudem ein Renaissance-Brunnen von 1650 – eine kunsthistorische Rarität und eines der wertvollsten Zeugnisse früher Baukunst in Hajen.

 

Wasser für jeden Hof

Bis ins Jahr 2001 hatte jeder Hof in Hajen seinen eigenen Brunnen. Erst dann wurde das Dorf an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen – ein Hinweis darauf, wie lange traditionelle Strukturen hier überdauerten.