Hungerstein

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1. Hüossen
2. Fähre
3. Hungerstein
4. Kirche
5. Gasthaus Anker
6. Spritzenhaus
7. Hof von Korff
8. Bäckerei
9. Niependoor
10. Kuhkamp
11. Obsthof

 

Der Hungerstein – Mahnmal im Fluss

Etwa 150 Meter oberhalb der Fährstelle liegt auf der gegenüberliegenden Weserseite ein besonderer Stein: der Hungerstein. Er wurde immer dann sichtbar, wenn die Weser extrem wenig Wasser führte. In solchen Trockenzeiten wurden auch die Brunnen knapp – ein ernstes Zeichen für Not und Mangel. Viele Bürger meißelten deshalb die Jahreszahlen großer Dürreperioden in den Stein, sodass er zu einem stillen Archiv der Notzeiten wurde.

Eines Tages jedoch war der Stein plötzlich verschwunden. Vermutlich war er beim Baggern verrutscht und im Flussbett versunken. Taucher suchten nach ihm – und als er schließlich am 13. August 1996 mit einem Schwimmbagger geborgen wurde, kamen rund 500 Zuschauer, um dieses seltene Ereignis mitzuerleben.

Heute liegt der Hungerstein wieder an seinem Platz in der Weser. Er ist markiert, geschützt und als Denkmal eingetragen – ein sichtbares Zeichen dafür, wie eng das Leben der Menschen früher mit dem Wasserstand des Flusses verbunden war. 

 

 

Die Hajener Forstinteressentenschaft – Wald in Bauernhand 

Von hier aus fällt der Blick zum Ruhberg, einem Gebiet, das eng mit der Geschichte des Hajener Waldes verbunden ist. Die heutige Forstinteressentenschaft entstand am 1. Januar 1852. Grundlage war ein umfangreicher Vertrag – der sogenannte Rezess –, in dem die Gemeinden Grohnde, Lüntorf und Hajen sowie kirchliche Einrichtungen ihre alten Weide-, Mast- und Holzrechte gegen feste Waldflächen eintauschten. Dokumentiert wurde dies von der Königlichen Domänenkammer zu Hannover.

Hajen erhielt damals rund 260 Hektar Wald. Heute umfasst der Forstbetrieb 275 Hektar, davon 268 Hektar Holzbodenfläche. Die Anteile wurden nach Hofgrößen verteilt:

    Vollmeierstelle: 1 Anteil 6 Stimmen,     Kötnerstelle: 1 Anteile 3 Stimmen,     Beibauerstelle: 1 Anteile  2 Stimmen

Insgesamt ergab das 96 Haus-, Herd- und Brandstellen mit 302 Stimmen die bis heute die Grundlage der Forstinteressentenschaft bilden. 

Vom Tiergarten zum Wirtschaftswald

Mit der Ablösung 1852 begann eine neue Epoche: Die Wälder wurden nicht länger als herrschaftliche Jagdreviere betrachtet, sondern als Ertragsquelle und Allgemeingut. Eine mehrstufige Forstverwaltung entstand, und die Bauern betrieben den Wald nun selbst – sorgfältig, nachhaltig und mit Blick auf kommende Generationen.

Seit 1894 betreuten staatliche Förstereien den Wald fachlich. Heute liegt die Verantwortung bei der Revierförsterei Grohnde des Forstamts Oldendorf. Bewirtschaftet wird nach modernen, ökologischen Programmen wie LÖWE (Langfristige ökologische Waldentwicklung), PEFC und dem Gesetz über den Wals und die Landschaftsordnung.

Der Wald heute – Zahlen und Einblicke:

Holzbodenfläche: 275 ha, Buche dominiert,  Eiche und andere Laubhölzer sowie Nadelbäume, Fichte, Lärche und Douglasie ergänzen den Bestand

    Jährlicher Hiebsatz:     Vornutzung: 488 Fm,    Endnutzung: 1302 Fm

    Gesamt: 1790 Fm = 6,5 Fm pro Hektar und Jahr

Nachhaltigkeit als Grundprinzip

Die Forstinteressentenschaft betreibt eine schonende Waldwirtschaft ohne Kahlschläge. Es wird nur so viel Holz entnommen, wie der Wald langfristig verkraftet. Neben der Holznutzung spielen auch Erholung, Wasserhaushalt, Artenvielfalt und Schutzfunktionen eine wichtige Rolle.

Zum Betrieb gehört außerdem die Jagd, mit Wildarten wie Dam-, Reh-, Schwarz- und Niederwild. Auch hier gilt: nachhaltig, verantwortungsvoll und im Einklang mit dem Wald.